
Die Alchemisten bilden den wissenschaftlichen Kern des Kaiserreiches. Im Gegensatz zu den Magiern, die rohe Energie kanalisieren, konzentrieren sich Alchemisten auf die Erforschung und Transmutation der Materie. Da die alchemistische Forschung kostspielige Werkzeuge und seltene Substanzen erfordert, stammen die Anwärter häufig aus wohlhabenden oder einflussreichen Familien. Ihre Ausbildung ist ein jahrzehntelanger Prozess, der höchste Präzision, Geduld und ein tiefes Verständnis der Naturgesetze erfordert.

Das äußere Erscheinungsbild eines Alchemisten ist geprägt von den Spuren seiner Arbeit. Trotz eines oft gepflegten Auftretens und der Verwendung verzierter Roben, die mit Schutzrunen versehen sind, hinterlässt der Umgang mit Säuren und Reagenzien bleibende Zeichen. Verfärbte Fingerspitzen, chemische Narben oder eine unnatürliche Blässe durch die jahrelange Arbeit in lichtarmen Laboratorien sind typische Merkmale. Viele tragen zudem spezialisierte Schmuckstücke oder Fokus-Gegenstände, die dazu dienen, die volatilen Energien ihrer Experimente zu stabilisieren.
Die Arbeit der Alchemisten ist weniger auf unmittelbare Zerstörung ausgelegt als die der Magier, besitzt jedoch eine beeindruckende Tiefe und strategische Bedeutung:
- Transmutation: Das Streben nach der Veränderung von Materie. Dies umfasst nicht nur die klassische Veredelung von Metallen, sondern auch die Herstellung hochreiner Werkstoffe für magische Apparaturen.
- Alchemistische Pharmazie: Die Herstellung von Heilmitteln, Verjüngungselixieren oder stärkenden Tränken. Ebenso beherrschen sie die Fertigung komplexer Gifte, die im Geheimen gegen Staatsfeinde eingesetzt werden.
- Artefakt-Schmiede: Alchemisten sind die primären Konstrukteure magischer Artefakte. Sie binden arkane Energien in physische Gegenstände, um dauerhafte Werkzeuge oder Waffen mit besonderen Eigenschaften zu erschaffen.
- Suche nach dem Stein der Weisen: Eine kleine Elite widmet sich der Erforschung der Unsterblichkeit. Diese Suche nach dem Elixier der Langlebigkeit ist oft der Grund für ihre enge Bindung an wohlhabende Gönner und den Kaiserhof.

Ähnlich wie die Magier sind auch die Alchemisten fest in die kaiserlichen Strukturen integriert. Viele von ihnen absolvieren einen Teil ihrer Ausbildung ebenfalls in Wien oder an spezialisierten Instituten in den großen Handelsstädten des Reiches.
- Verbindung zum Adel: Aufgrund der hohen Kosten ihrer Forschung sind sie oft an Fürstenhöfe gebunden, wo sie als Berater, Arzte oder Rüstmeister dienen.
- Militärische Logistik: Im Kriegswesen sind sie für die Versorgung der Heere mit alchemistischen Brandmitteln, Tränken und instandgesetzten Artefakten zuständig.
- Konfliktgebiete: Während sie im Kaiserreich als angesehene Gelehrte gelten, werden sie in den protestantischen Gebieten oft der "schwarzen Kunst" bezichtigt. Ihre Abhängigkeit von festen Laboratorien macht sie dort besonders verwundbar, da sie weniger mobil sind als die Magier.
Die Stärke der Alchemisten liegt in ihrer Vorbereitung und ihrem Wissen. Ein gut ausgestatteter Alchemist kann auf fast jede Situation mit dem passenden Gegenmittel oder Artefakt reagieren. Ihre größte Schwäche ist jedoch die materielle Abhängigkeit. Ohne ihre seltenen Reagenzien und ihr Labor sind ihre Fähigkeiten stark eingeschränkt. Im direkten magischen Duell fehlt ihnen zudem oft die Schnelligkeit der Magier, weshalb sie im Kampf meist aus der zweiten Reihe oder durch vorbereitete Fallen agieren.
✿
